Messe für den Frieden - André Jolivet
Sigfrid Karg-Elert | Messiaen | Adoration | Friedensmesse
Konzertangebot mit Gottfried Mayer (Orgel)
Im Zentrum dieses Programms für Orgel und Sopran steht die "Messe pour le Jour de la paix" (35') des französischen Komponisten André Jolivet (1905-1974). Das Werk steht unmittelbar unter dem Eindruck des Kriegsgeschehens, es entstand 1940 nach dem Einmarsch der deutschen Armee in Frankreich.
Die ersten Kompositionen Jolivets wurden mit Unterstützung O. Messiaens ab 1930 aufgeführt, 1964 wurde er als meistgespielter lebender Komponist Frankreichs ermittelt. Begriffe wie universale Religiosität, Mystizismus und Ritual treffen die Wirkung der Mehrzahl seiner Werke.
Jolivets Ziel war, sich "völlig vom tonalen Standpunkt zu befreien; ästhetisch, der Musik ihr uraltes und ursprüngliches Wesen als magischen und beschwörenden Ausdruck der Religiosität menschlicher Gemeinschaften zurückzugeben".
Für sein Verständnis gab es keinen Grund, zwischen Elementen des Jazz, archaischen, außereuropäischen oder selbst klassizistischen Techniken einen Unterschied zu machen, wenn nur die gleichsam religiöse Vermittlungsfunktion der Musik zwischen Mensch, Schöpfer und Kosmos respektiert wurde.
In seiner "Messe pour le Jour de la paix" führt Jolivet die Singstimme in einer Art "freitonaler Gregorianik" mit beinahe endlosen Melismen, während die Orgelbegleitung häufig auf eine einstimmige Linie beschränkt bleibt.
Die Satzfolge beginnt mit einem zunächst von der Stimme einsam gesungenen Alleluja. Den Kyrie-Christe-Sätzen folgt ein sich emphatisch aufschwingendes Gloria mit exponierter Orgelbegleitung und ein nahezu optimistisch wirkendes Sanctus und Benedictus. Nach dem Agnus Dei, das nur eine leise, fast geflüsterte Friedenshoffnung zulässt, endet die Messe mit einem euphorisch erlösenden Schluß-Alleluja mit orientalisch anmutenden, bizarren Tonkombinationen des Vokalparts., unterstützt durch den ostinaten Freudenrhythmus eines französischen Tambourins.
Stilistisch und thematisch nahestehende Werke für Sopran und Orgel von Alain, Fauré, Jolivet sowie Orgelwerke von Alain, Messiaen oder Vierne können das Programm ergänzen. Den detaillierten Programmverlauf entwickeln wir vor Ort, abgestimmt auf Orgel und Raum.
Unsere Honorarvorstellung beträgt 700 € (Verhandlungsbasis)
|







|